Freitag, 30. Juli 2010

100 % Bolivia

Grusss!

Bin seit ein paar Tagen in Buenos Aires und erkunde die Stadt Tags und Nachts. Das Wetter hat 2 Tage lang sehr gut mitgespielt aber seit gestern "seichts" anscheinend nur noch. Rio und die Ilha Grande rufen wo es auch im Winter schoen warm ist :-)
Nachdem die letzten Blog Updates etwas kurz ausfielen, duerfte dieses etwas laenger ausfallen.

Bolivien war im Rueckblick gesehen einfach super da ich unter anderem hautnah miterleben durfte, wie das Ganze oder vor allem das Transportwesen funktioniert oder manchmal eben auch nicht... Natuerlich habe ich auch das eine oder andere Mal geflucht. Da ich aber viele Stories gehoert habe, war ich grundsaetlich vorgewarnt. So musste ich in einigen Situationen eigentlich nur noch Schmunzeln.

Von La Paz aus bin ich nach Rurrenabaque geflogen, um dort eine Tour in die Pamaps und anschliessend in den Jungel zu machen. Soweit der Plan.
Genau an dem Morgen als wir fuer 3 Tage in die Pamaps aufbrachen, hat die Temperatur beschlossen, von normalerweise 30 auf ungefaehr 15 und gefuehlte 5 Grad zu fallen. Das Ganze waere ja nicht so schlimm, wenn man nicht alle warmen Kleider zurueckgelassen haette...
Es war trotzdem super und ich habe Hunderte von Kaimanen (eine Krokodilart) und Capybaras (undefinierbar da am Scherlibach nicht vorhanden) gesehen. Zudem hatte es unzaehlige Vogelarten und ich habe beim Fischen auch einen kleinen Piranha an Land gezogen.


Capybaras


Kaiman


Zurueck in Rurrenabaque hat es begonnen, so richtig richtig aber wirklich richtig zu regnen. Die Jungeltour viel damit mehr oder weniger ins Wasser. Habe dann beschlossen zurueck nach La Paz zu fliegen. Der Flug wurde aufgrund des schlechten Wetters immer wieder verschoben und dann am Nachmittag komplett anulliert. Zufaelligerweise bin ich eine Stunde spaeter am Terminal und Buero vorbeigekommen und habe Erstaunliches erfahren. Die Annullation wurde quasi annulliert! Was fuer ein Flugbetrieb ist denn das? Egal, einen kurzen und sehr ruppigen Flug spaeter war ich wieder in La Paz.


Flughafen in Rurrenabaque

Zwei Tage spaeter bin ich dann mit dem Bus nach Potosi gefahren. Ich habe natuerlich wieder einmal Nichts im voraus organisiert und die "besseren" Busse waren bereits "ausverkauft". Also habe ich fuer 30 Bolivianos (ca. 4 Franken) die urspruenglich 12 stuendige Busfahrt in Angriff genommen. Um 3 Uhr morgens hat der Bus mitten in den Bergen angehalten und konnte nicht mehr weiterfahren. Natuerlich gab es fuer 30 Bolivianos auch keine Heizung und die Fenster waren alles andere als Winddicht. Frieren und auf den Morgen warten waren angesagt. Am Morgen habe ich dann festgestellt, dass es rund zwei Zentimeter Eis auf der Strasse hatte und etwas weiter unten zwei Busse nach einem Unfall die Strasse versperrten. Schlussendlich bin ich mit 7 Stunden Verspaetung unfallfrei und durchgefroren in Potosi angekommen.
Es haette auch schlimmer kommen koennen wie ich von zwei Kanadiern erfahren habe. Die waren in einem aehnlichen Bus mit einem Sturzbetrunkenen Fahrer welcher dann entschieden hat, nicht nach Potosi sondern nach Cochabamba zu fahren. Die Locals seien foermlich durchgedreht aber das habe ihm nichts ausgemacht und er sei einfach nach Cochabamba gefahren. Fazit: Sehr maennlich!!!

In Potosi habe ich dann eine halbtaegige Tour zu und in die Minen gemacht. Mit zwei Guides, welche ehemalige Arbeiter waren, sind wir dann durch die Schaechte gewandert und gekrochen. Wir sahen die Arbeiter, welche oft erschreckend jung waren, und erfuhren sehr viel ueber das Leben als Minenarbeiter. Es war auch sehr heiss da unten und das Atmen war aufgrund des ganzen Staubs sehr schwer. Der gesamte Berg sollte gemaess Experten schon vor fuenf Jahren eingestuerzt sein. Jeder arbeitet quasi selbstaendig in einer Kooperation. Es gibt ungefaher 20 Kooperationen und jede Kooperation graebt im selben Berg wo es ihr passt! Man kann es sich in etwa vorstellen wie sicher das ist.


Der Berg mit den unzaehligen Schaechten

Einige Fakten an die ich mich erinnern kann:
- Die Juengsten fangen bereits mit 12 Jahren an in den Minen zu arbeiten und helfen ihrem Vater.
- Jeder Arbeiter hat im Durchschnitt 10 Jahren nach dem Eintritt in die Mine eine Lungenkrankheit und stirbt dann nach 20 Jahren.
- Der Tageslohn liegt bei ungefaehr 4 Franken.
- In den letzten 400 Jahren sind zumindest Hunderttausende in den Minen oder den Folgen der Arbeit gestorben.

Das Ganze war eine sehr eindrueckliche, schockierende und auch traurige Erfahrung. Das Selbe duerfte vermutlich auch in anderen Minen von Entwicklungslaendern geschehen...

Hier wurde es eng

Vorbereitung der Sprenung ;-) oder 1. August fuer Erwachsene
Das Dynamit kann jeder auf dem Markt von Potosi kaufen (kein Witz)

Weiter gings dann nach Uyuni um die Salzwueste Salar de Uyuni zu erkunden. Dort war leider seit 5 Tagen aufgrund eines enormen Sandsturms Stromausfall, weshalb die Pumpen an der Tankstelle nicht funktionierten. Das heisst, es gab auch nicht genuegend Benzin fuer die Jeeps. Aus diesem Grund wurde meine 4 taegige Jeeptour nach San Pedro de Atacama in Chile nach 2 Tagen abgebrochen. Egal, die unglaublich schoene Salzwueste habe ich ja gesehen.


Kleiner Snack ;-)

Die Inslen mitten in der Wueste

Die zwei Mexikaner rechts wollten nicht so recht... obs wohl an der Flasche Mezcal lag die sie dabei hatten? Wer weiss...

Zurueck in Uyuni war immer noch alles dunkel und saukalt. Also nichts wie weg! Meine 100 Notfall Dollars haben sich ausbezahlt und ich sass nicht ohne Geld dort fest (Der Bancomat hatte natuerlich auch keinen Strom). Bin dann am naechsten Morgen mit dem Bus an die Grenze zu Argentinien gefahren. Leider hatte die gute Frau am Ticketschalter dann zwei Billets fuer genau meinen Sitz verkauft. Drei Argentinier und ein Kolumbianer zeigten sich solidarisch und wir haben uns im Stehen abgewechselt.

Ich habe hier in Buenos Aires die zwei Bayern, welche ich aus Cusco kenne, wieder getroffen. Wollte eigentlich mit ihnen die Jeeptour in Uyuni machen. Leider habe ich in Uyuni umsonst auf sie gewartet da aufgrund einer Strassenblokade zwei Tage lang keine Busse durchkamen.

Sachen gibts in Bolivien! :-)

So die Geschichte zu den bolivianischen Verkehrsmittln hat hier ihr Ende. Das Land ist uebrigens wunderschoen und die Leute sind einfach crazy aber das erlebt ihr am Besten selbst einmal.

Und tschuess

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